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Anekdoten
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Poker -- wo kommt es her ![]()
erstellt von Philipp Bühler ©
Das Pokerspiel im Wilden Westen
Nachdem das Pokerspiel wahrscheinlich in China seinen Ursprung hatte (als Art von Domino), taucht es erstmals in Persien als Kartenspiel auf. Der nächste europäische Verwandte ist jedoch das Französische „Poque“, das im 15. Jahrhundert nachgewiesen werden kann. Zweifellos kommen hierher jedoch die modernen „Französischen Karten“, die noch heute im Pokerspiel verwendet werden.
Schliesslich kam Pokern mit Französischen Siedlern nach Amerika, genauer gesagt die Südstaaten um den Mississippi herum. Auf den Booten eben dieses Flusses wurde dann eine Frühversion des heutigen Pokers gespielt: Das „3 Card Monty“ wurde mit einem Spiel von zwanzig Karten und zwischen zwei bis vier Personen gespielt. Es war auch unter dem Namen „Betrügerspiel“ bekannt. Es wird auch angenommen, dass „Poker“ aus „poke“ abgeleitet ist: Dies war ein Slang-Ausdruck, den Taschendiebe für ihr Gewerbe verwendeten.
Das Pokerspiel verbreitete sich dann mit Wagentrecks und Dampfrossen (Eisenbahn…) weiter nach Westen. Es entwickelte sich zu weiteren Formen, wie Draw, Stud und Straight Poker. Um 1875 wurde dann die Joker Karte in das Spiel aufgenommen.
Interessant ist, wie Poker ein Sinnbild für die Geschichte Amerikas ist. Das Spiel fungierte stets als eine Art „Melting Pot“: Wer den Einsatz bezahlen konnte, war dabei, egal welche Hautfarbe er hatte oder welche Sprache er sprach.
Zwei notorische Spieler, die in die Geschichte eingingen sollen hier erwähnt sein.
„Wild“ Bill Hickok
Dies ist der klassische Pokerspieler, wie wir ihn aus Büchern und Filmen kennen. Gerne verbrachte er seine Zeit in Saloons, stets in der Hoffnung auf ein gutes Händchen. Als Illinoiser geboren, war er mal Hilfs-Sheriff und mal in der „Unterhaltungsbranche“ tätig, doch schliesslich als professioneller Pokerspieler bekannt. Bekannt wurde er schliesslich vor allem durch die Karten, die er eines Tages in der Hand hielt: zwei schwarze Asse und zwei schwarze Achten. Weil er 1876 – diese Karten in der Hand haltend – in den Rücken geschossen wurde, ist dieses Blatt seither als „Dead Man’s Hand“ bekannt.
Doc Holliday
Noch bekannter ist der 1851 geborene John Henry Holliday, ein gelehrter Mann, der gar Griechisch und Latein studiert hatte. Da er nach dem Studium der Medizin für kurze Zeit als Zahnarzt gearbeitet hatte, erhielt er den Namen „Doc“. Der Name blieb, aber der Beruf wechselte: Pokerspieler schien ihm interessanter.
Tag und Nacht versuchte Doc jeden erdenklichen Trick zu erlernen. Pokern war damals von Betrug nicht zu trennen. Ein Ass im Ärmel war damals gerade so wichtig wie das Pokerface. Doch wenn jemand den Betrug bemerkte, musste man schnell laufen… oder um sein Leben kämpfen.
Als Doc eines Nachts in Texas weilte, endete ein weiteres Spiel mit einem Kampf. Doc erschoss seinen Gegner, der aber ein bekannter Soldat war. Als Holliday in die nächste Ortschaft floh und auch dort einen Spieler erschoss, wurde er ins Gefängnis gesteckt. Aber nicht für lange: ihm gelang die Flucht.
So sah sein Leben aus, das wie eine einzige Flucht war. In Tombstone kam er auch mit den berühmten Earl Brüdern in Konflikt, die ihn aber ebenso wenig eines Besseren belehren konnten. Er überlebte all dies und es heisst, er sei neun Mal gestorben: vier Mal gehängt und fünf Mal erschossen. Schliesslich war es die Tuberkulose, die ihn im Alter von nur 36 Jahren hinwegraffte.
Das Ende des Wilden Westens
Ein wichtiges Datum, welches das Ende des Wilden Westens markiert ist 1910, als der Staate Nevada Pokern als illegales Wettspiel erklärte. Die Zivilisation war hier schon weit fortgeschritten, aber dies ist definitiv ein symbolisches Zeichen, welches mit dem alten Lebenswandel der Cowboys und Outlaws abschloss. Gambler wie Doc Holliday konnte es spätestens jetzt nicht mehr geben. Ironischerweise wurde im selben Staat – Nevada – 22 Jahre später die Entscheidung rückgängig gemacht. Heute steht in der Wüste Nevadas die grösste Spielhölle der Welt: Las Vegas.
Verantwortlich für Inhalt und Richtigkeit ist Philipp Bühler ©_____